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Neue Kreuzband-OP mit
"biologischer Heilung"

Oberösterreichische Nachrichten – 20.04.16

Kreuzbandrisse zählen zu den häufigsten und folgenschwersten Kniegelenksverletzungen.

"Diese können auch ganz ohne Sturz entstehen, einfach durch eine unglückliche Beuge-Dreh-Bewegung", sagt der Linzer Unfallchirurg Jürgen Barthofer.

Eine neue Methode der Kreuzband-Operation verkürzt die Rehabilitation um einige Monate. Bei einem internationalen Kongress am Freitag in Linz stellen Barthofer und sein Kollege Andreas Schneiderbauer die neue OP-Methode der "biologischen Bandheilung" vor. 100 bis 150 internationale Gäste werden im Unfallkrankenhaus Linz erwartet.
Sportler operiert er sofort.

arthofer ist Kniespezialist, er betreut die ÖSV-Skisprung-Nationalmannschaft und die Nordischen Kombinierer. Für Sportler stelle sich die Frage nach der Operation nicht. "Im Falle eines Kreuzbandrisses wird sofort operiert", sagt der Unfallchirurg.

Für die neue Methode der "biologischen Bandheilung" sind frische Verletzungen am besten. "Dabei wird das Kreuzband nicht wie bisher durch eine körpereigene Sehne ersetzt, sondern kann erhalten werden", erklärt Barthofer. Das Band werde dort angenäht, wo es ausgerissen ist und mit einer inneren Schienung stabilisiert." Die Linzer Kniechirurgen haben 2014 mit dieser neuen Operationsmethode begonnen, bis jetzt 150 Patientinnen und Patienten operiert – und gute Erfolge erzielt. Die Vorteile: "Natürliche Nervenenden werden im Band erhalten, das wirkt sich positiv auf die Koordination, Gelenksmechanismus und Muskulatur aus. Außerdem fallen die Schmerzen durch die Sehnenentnahme weg. Die Abnützung des Gelenksknorpels ist geringer."
Knie, Schulter und Sprunggelenk

Die New York Times berichtete kürzlich von einem Ärzteteam in Boston, das elf Jugendliche mit der neuartigen OP-Methode behandelte. "Sie nähten das Band direkt an und verwendeten zudem Wachstumsfaktoren, um die Heilung voranzutreiben", sagt Barthofer. Das zeige, dass die Technik auch international beachtet und stetig weiterentwickelt werde.

Abgesehen vom Knie kann die "biologische Bandheilung" auch an der Schulter und im Sprunggelenk eingesetzt werden. Beim Kongress in Linz wird das anhand von zwei Live-Operationen vorgeführt.

Die Methode kann nicht bei allen Bänderrissen angewendet werden. Für die Betroffenen ist die Regenerationsphase aber deutlich verkürzt. "Sie können schneller zurück in den Alltag und zum Sport. Nach drei Monaten kann wieder trainiert werden."

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Dieser Beitrag wurde in Presse am Samstag, 20. Mai 2017 gepostet.

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