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Rekonstruiert

Spirit – 01. März 2014

Die Entscheidung für eine konservative oder operative Versorgung von Kreuzbandverletzungen ist von vielen individuellen Faktoren abhängig: Sportliches Aktivitätsniveau, Kniegröße, Begleitverletzungen, Voroperationen und das Ausmaß der Instabilität. Für mich als Chirurg ist es wichtig, verschiedene Techniken wie z.B. Einzeloder Doppelbündeltechnik, die All Inside Technik, Ersatzoperationen mit Patellasehne, Quadricepssehne bzw. Semitendinosussehne, zu beherrschen, um das jeweils bestmögliche Ergebnis für meine Patienten zu erzielen.

Neue Kreuzband OP-Technik All Inside

Bei dieser, in den USA bereits etablierten, Technik zur Versorgung von Rissen des vorderen Kreuzbandes, handelt es sich um eine Methode, die zum einen deutlich geringere Schmerzen im Anschluss an die Operation und eine raschere Mobilisierung, zum anderen auch bessere kosmetische Ergebnisse verspricht.

Moderne Bohrinstrumentarien erlauben eine freie, den individuellen anatomischen Verhältnissen optimal angepasste Bandplatzierung. Dies ist vor allem ein großer Vorteil, wenn eine neuerliche Kreuzbandersatzoperation notwendig ist (im Falle eines neuerlichen Risses), aber auch bei Kindern mit offenen Wachstumsfugen, um hier die Gefahr der Wachstumsstörung möglichst gering zu halten. Diese positiven Effekte wurden u.a. von J. Lubowitz (USA) in seinen Arbeiten nachgewiesen.

Die Semitendinosus Sehne, aus der das neue Kreuzband gefertigt wird, wird im Bereich der Kniekehle über einen kleinen, 1,5 cm langen Hautschnitt entnommen. Die Kanäle, sogenannte Sacklöcher, in denen diese Sehne später einwachsen wird, werden vom Inneren des Kniegelenkes durch spezielle Instrumente nach außen gebohrt und sind kürzer, als die bisher verwendeten. Durch den weitgehenden Erhalt der äußeren Knochenschale, ist der Eingriff schonender, da weniger Knochensubstanz verloren geht. Die Schmerzreduktion dürfte sich im Wesentlichen auf der Gewebeschonung begründen.

Die Verankerung der Sehne erfolgt sowohl am Oberschenkel, als auch am Schienbein mit sogenannten „ACLTight Ropes“, kleinen Titan-Blättchen, die außen dem Knochen anliegen und damit ein Ausreißen des Bandes verhindern. Somit wird außer dem Nahtmaterial kein Fremdkörper, bzw. kein Schraubenmaterial in den Knochen eingebracht. Die Sehne kann während der Operation auch bei Bedarf nachgespannt werden. Durch wird eine optimale Bandspannung und damit Stabilität erreicht.

Wesentlich ist für mich aber auch, meine Patienten während der gesamten Rehabilitationsphase zu begleiten und zu betreuen, damit nach einem entsprechenden Muskelaufbau und den wiedererlangten koordinativen Fähigkeiten, eine Rückkehr in den Alltag bzw. (Wettkampf)Sport mit viel Freude und ohne größeres Verletzungsrisiko möglich ist. Ein Muskelfunktionstest (Isokinetik-Test) gibt dabei wertvolle Rückschlüsse und hilft, die Rehabilitationsphase zu optimieren.

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