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Abhilfe bei Kreuzbandriss

Oberösterreichische Nachrichten – 27. März 2013, Linz

Ein falscher Schwung auf der Skipiste, ein plötzliches Verdrehen des Knies auf dem Fußballplatz – und das vordere Kreuzband ist gerissen. Je nachdem, wie alt und aktiv der Patient ist, gibt es unterschiedliche Behandlungs-Optionen: Wer wenig Sport betreibt und bereit ist, regelmäßig Physiotherapie zu machen, kann im Knie durch Muskelkräftigung eine ausreichende Stabilität erreichen. Besonders bei jungen und aktiven Patienten oder solchen mit anhaltender Instabilität ist jedoch eine Rekonstruktion des Kreuzbandes empfehlenswert. Wenn ein gerissenes Kreuzband nicht entsprechend versorgt wird, drohen Instabilität mit Folgeschäden an Meniskus und Knorpel.



In Linz wird seit 2011 eine neue Methode angewandt, die weniger Schmerzen verursacht und eine schnellere Rückkehr in den Alltag ermöglicht (All-Inside-Technik). Im Unfall-Krankenhaus (UKH) Linz, in dem an die 300 Kreuzbandoperationen jährlich durchgeführt werden, hat Unfallchirurg Jürgen Barthofer die raffinierte Operationstechnik bereits 120 Mal durchgeführt: Sie zeichnet sich dadurch aus, dass nur eine relativ kleine Tasche (Socket) aus dem Knochen anstelle eines langen Tunnels herausgefräst werden muss. Außerdem kann auf die Verwendung von Schrauben oder anderen Fremdmaterialien im Knochentunnel verzichtet und ein besseres kosmetisches Ergebnis erreicht werden.

Schonende Methode

„Das Kreuzband wird aus einer Sehne geformt, die an der Rückseite des Oberschenkels im Bereich der Kniekehle über einen zirka 1,5 cm langen Schnitt entnommen wird. Fixiert werden die Enden mit kleinen Titanplättchen, die dem Knochen von außen anliegen“, so der Mediziner , der auch Teamarzt der österreichischen Skispringer und nordischen Kombinierer ist.

Um auch andere Orthopäden und Unfallchirurgen für diese schonende Methode zu begeistern, schult das UKH als Kompetenzzentrum nicht nur während des Jahres interessierte Ärzte aus ganz Österreich. Bei einem Symposium am 19. April können bis zu 130 Experten auch live eine Operation auf der Leinwand direkt im UKH mitverfolgen. Operieren wird Jürgen Barthofer, die Moderation übernimmt der renommierte Kniespezialist Prof. Karl Peter Benedetto.

Neben Fachvorträgen ist unter dem Motto „Zurück zum Sport“ auch eine Podiumsdiskussion mit betroffenen Spitzensportlern geplant. Prominente Sportler erzählen von ihren Erfahrungen mit Kreuzband- und anderen Knieverletzungen und anschließender Rehabilitation: der nordische Kombinierer Mario Stecher, Slalomfahrer Reinfried Herbst, Skispringerin Daniela Iraschko sowie Maximilian Taxacher, aus dem Nachwuchskader der Nordische Kombination.

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