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Der Doc der österreichischen Adler

Oberösterreichische Nachrichten – 05. März 2011, Linz

Österreichs Skispringer greifen heute bei der Nordischen Weltmeisterschaft am Holmenkollen nach der fünften Goldmedaille. Jürgen Barthofer wird dabei wieder ganz unten im Auslauf der Kult-Schanze stehen und am Ende hoffentlich einen Freudensprung fabrizieren. Der 36-jährige Knie-Chirurg, der im Linzer Unfallkrankenhaus arbeitet, ist der Doc der ÖSV-Adler.

„Ich habe mir mit dieser Arbeit einen Kindheitstraum erfüllt“, erzählt der Mediziner den OÖNachrichten in Oslo. Seit mehr als einem Jahr begleitet der verheiratete Hobbysportler – vorzugsweise Tennis und Joggen – die Überflieger wie Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern auf alle Bakken dieser Welt. Bei der WM unterstützt Barthofer wie schon bei den erfolgreichen Olympischen Spielen in Vancouver 2010, auch die Kombinierer: „Für die Weltmeisterschaft habe ich mir extra freigenommen.“

Barthofers Aufgabenbereich ist vielfältig. In der Früh verschafft er sich einen Überblick, ob alle gesund sind („Zum Glück ist das in Oslo der Fall“). An der Schanze ist die erste Aufgabe, alle Wege kennen zu lernen, um möglichst schnell im Notfall reagieren zu können. Die Erstbehandlung im Unglücksfall ist das Wichtigste. Auf dem Rücken schleppt Barthofer deshalb immer einen Rucksack mit sich herum, um für den Erste-Hilfe-Fall gerüstet zu sein.

Sein Wissen will er künftig auch vermehrt Breitensportlern zur Verfügung stellen. Barthofer wird im Juni in Ottensheim gemeinsam mit dem karenzierten ÖSV-Arzt Stefan Hainzl (er wird zum zweiten Mal Vater) eine Gemeinschaftspraxis eröffnen. Dort arbeitet auch Silvia Stöttinger. Sie ist die Physiotherapeutin der Springer. Die Adler sind also in guten Händen.

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