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Der ÖSV-Doktor, der immer auf
dem Sprung sein muss

Oberösterreichische Nachrichten – 27. Februar 2015

Von Roland Vielhaber

Jürgen Barthofer (40) erlebte mit Österreichs Adlern Höhenflüge, aber auch Horrorstürze

Jürgen Barthofer steht meistens mit einem Lächeln an der Schanze. Täuschen sollte man sich davon nicht lassen. Der Doktor der österreichischen Adler ist immer auf dem Sprung. Weil die Gefahren der Luftfahrt nie unterschätzt werden dürfen. So wie vor einem Jahr, als Thomas Morgenstern beim Skifliegen am Kulm schwer stürzte und Barthofer als Ersthelfer in den Auslauf der mächtigen Anlage musste.

Doch der Reihe nach: Barthofer ist ein gebürtiger Steirer, der sich längst in Linz niedergelassen hat. Verheiratet ist er mit seiner Pamela, die dreijährige Tochter Lea ist der gemeinsame Sonnenschein. Wobei der Papa viel auf Reisen ist. Auch weil Barthofer, im Dezember mittlerweile 40 Jahre alt geworden, seit mittlerweile sieben Jahren beim Österreichischen Skiverband aktiv ist.

„Als Bewegungsapparat-Mediziner wollte ich immer mit Sportlern arbeiten", sagt der ÖSVDoc. Tennis-Star Thomas Muster und dessen Team waren seine ersten Vorbilder und mit ein Grund, warum er Sportmediziner (mit der Zusatzausbildung Sport-Traumatologe) geworden ist. „Bei dieser Ausbildung habe ich meinen mittlerweile sehr guten Freund und Kollegen Stefan Hainzl kennengelernt, der zu dieser Zeit schon die Nordischen im ÖSV betreut hat." Hainzl suchte Verstärkung: „Und da ich als Unfallchirurg, Notarzt und Sportmediziner das Team sinnvoll ergänzen konnte, wurde ich von Toni Innauer in den Betreuerstab aufgenommen." Beruflich widmete sich Barthofer außerdem der Kniechirurgie, wobei er im UKH Linz, in seiner Wahlarzt-Ordination in Linz und als Belegarzt im Diakonissen-Krankenhaus arbeitet. Sein Zeit-Management muss außerdem ausgesprochen gut sein, ist er doch auch im Vorstand der Österreichischen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention.

Neben den Olympischen Spielen in Sotschi und Vancouver zählt die goldene WM 2011 in Oslo zu seinen schönsten Erinnerungen. „Am meisten berührt hat mich aber die Silbermedaille im Teambewerb in Sotschi mit Thomas Morgenstern." Hier schließt sich der Kreis. Nachdem Barthofer den Super-Adler nach dessen Horrorsturz am Kulm erstversorgt hatte, war er in die schwierige Entscheidung eingebunden, Morgenstern die Startfreigabe zu erteilen.

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